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Die Geschichte der Hanfpflanze

Die Hanfpflanze gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und hat Ihren Ursprung in China. In China wurde bereits 10.000 vor Christus Hanf angebaut. Der Gott Shiva hat laut Hinduistischen Überlieferungen den Hanf entdeckt, im Himalaya gesät und lehrte den Menschen auch die rituelle Verwendung des Hanfs. Zu dieser Zeit wurde Hanf bereits als Heilmittel anerkannt.

Der Kaiser Shen Nung (2737 v. Chr.) beschrieb in seiner phamakologischen Abhandlung die Hanfpflanze als Heilmittel für Gicht, Malaria, Rheuma, Verstopfung und gegen viele andere Unpässlichkeiten. Die ersten Seile aus Hanffasern wurden gedreht und ca. 1000 Jahre später wurden bereits 120 verschiedene Formen der Medikaten mit Hanfprodukten hergestellt.  

Canabis spielte in der Religion von China eine große Rolle. Cannabis wurde der Göttin Kali geweiht und als heilige Droge und Meditationshilfe verehrt. Auch Buddha (ca. 800 Jahre v. Chr.) selbst soll sich auf seinem Weg zur Erleuchtung ausschließlich von Hanfsamen ernährt haben.

Hinweise deuten darauf hin, dass ca. 100 Jahre v. Chr. in China, aus Hanffasern das erste Papier hergestellt wurde. Auch Kleidung wurde in China ca. 28 Jahre v. Chr. aus Hanffasern hergestellt. 

Die Bennenung der Hanfpflanze als "kannabis" ist in Griechenland (1. Jahrhundert) enstanden. Da die Hanfpflanze besonders als Medikament bekannt war und diese vom Aussehen an eine Rohrpflanze erinnerte, nannten die Griechen sie nach dem griechischem Wort für "Rohr" (kanna) - "kannabis" (latinisierte Form).

Im 14. Jahrhundert wurde Hanf ein unersetzlicher Rohstoff und spielte in der Herstellung von Seilen, Textilien und Papier eine große Rolle. Sege, Taue, Karten sogar die Bibel wurde damals auf Hanf gedruckt und die Mona Lisa auf Hanf gemalt.

Ein Einbruch der Hanfindustrie folgte im 19. Jahrhundert. Dafür waren zum einen die Erfindung von mechanischen Webstühlen verantwortlich, da die Verarbeitung von Baumwolle dadurch wesentlich vereinfacht wurde und dies zu einem Rückgang der Hanfnachfrage führte. Weiters folgte ein Fortschritt der Holzverarbeitung zur Papierherstellung wodurch Hanf völlig aus der Papierindustrie verschwand. Und letzteres war die Entwicklung der Dampfschiffe für den Niedergang der Hanfindustrie verantwortlich, da sie dadurch den größten Absatzmarkt verlor.

Erstes ist festzuhalten, dass die USA ohne Hanf wahrscheinlich erst viel später entdeckt worden wäre. Christoph Columbus hätte 1492 ohne Hanf nämlich niemals Amerika entdecken können. Alle Segel waren aus Hanf, ebenso die Taue, die Kleidung der Seeleute und alle Karten. Wären zum Beispiel die Segel aus Baumwolle gewesen, so hätte sich diese durch die Nässe und den starken Wind aufgelöst. Dass einzige Tuch, das sich den Witterungseinflüssen auf hoher See stellen konnte, waren Segeltücher aus Hanf. Natürlich brachte er durch die Entdeckung auch Hanf nach Amerika mit. Er beschenkte die Indianer mit Hanfsamenkörner und Kleidung aus Hanffasern.

Hanf wurde nun in Amerika immer beliebter. Es wurde während der Amerikanischen Revolution der Hanfanbau gefördert. 1762 gab es in Virginia sogar eine Strafandrohung, wenn die Farmer keinen Hanf anbauten. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts, nach Beendigung des Bürgerkrieges, sank wie schon in Europa die Nachfrage nach Hanf stark. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Hanfanbau vor allem in New Orleans wieder entdeckt. Landarbeiter verwendeten bzw. rauchten Cannabis als Ersatz für Alkohol.

Da 1920 der Alkoholgenuss in Amerika verboten wurde, stieg die Popularität des Hanfs extrem. 10 Jahre später folgte aber wieder die Wende: Harry Anslinger wurde Vorsitzender der U. S. Narcotics Bureau, das 1930 geschaffen wurde. Anslinger widmete sein Leben dem Kampf gegen Drogen, vor allem Cannabis. Er veranstalte große Medienkampagnen gegen den Hanf-Genuss.

Als Folge seiner Politik wurde Ende der Dreißiger Cannabis in 46 der damals 48 Staaten gesetzlich verboten. Die Droge wurde sogar von der Liste der amerikanischen Pharmazeutika gestrichen und knapp 30 freiverkäufliche Cannabis-Präparate wurden vom Markt genommen.
Doch aufgrund des Konsums in verschiedenen Künstlerkreisen hatte das Interesse an der Droge Mitte des 20. Jahrhunderts zugenommen. Der Automobilpionier Henry Ford entwickelte 1941 sogar ein "Hanfmobil" – das Auto wurde komplett aus Hanf hergestellt (Hanf-Kunststoffe für die Karosserie usw.) und sogar der Treibstoff wurde aus Hanf gezeugt. Ford hob vor allem die im Vergleich zu benzinbetriebenen Autos überaus günstige CO2-Bilanz hervor.

Während des 2. Weltkrieges wurde der Marihuanakonsum wieder legalisiert. Der Hanf sollte das Defizit an Nahrung und Fasern ausgleichen. Es wurde sogar ein Propagandafilm unter dem Titel „Hemp for Victory“ produziert. Besonders interessant ist, dass man zu dieser Zeit vom Grundwehrdienst befreit wurde, wenn man Hanf anbaut.
Doch auf Bemühen von Harry Anslinger wurde 1961 die „Uniform Drug Convention“ zwischen 60 Nationen abgeschlossen. Darin wurden die Mitglieder verpflichtet, innerhalb von 25 Jahren die Cannabisverwendung zu beenden. Der Gebrauch von Cannabis wurde schon bei kleinsten Mengen bestraft. 1975 wurden 450.000 Menschen in den USA festgenommen. Ende der 70iger wurden erste Versuche in Richtung Entkriminalisierung gestartet. Die Legalisierung des Cannabis wurde in vielen Staaten, wie z. Bsp. Alaska, Kalifornien, Colorado wieder eingeführt.

 

Seit dem 1. Januar dürfen im US-Staat Colorado Bürger über 21 Jahre legal Marihuana kaufen und konsumieren. Durch Drogengeschäfte mit Konsumenten hat der Staat allein im Januar rund zwei Millionen US-Dollar (1,4 Mio Euro) an Steuergeldern eingenommen.  

Wie die Steuerbehörde mitteilte, wurde in dem Zeitraum Cannabis für mehr als 14 Millionen Dollar (10,1 Mio Euro) an die Kunden gebracht. Inzwischen gibt es in Colorado rund 160 lizenzierte Geschäfte, in denen Marihuana verkauft werden darf. Der Staat kassiert dabei 12,9 Prozent Umsatzsteuer und 15 Prozent Gewerbesteuer.   

Die ersten 40 Millionen Dollar aus der Gewerbesteuer soll nun für den Bau und die Instandhaltung von Schulgebäuden verwendet werden. Das hatten die Bürger Colorados im vergangenen Jahr bestimmt. Colorados Wähler hatten 2012 für die Legalisierung der Marihuana-Industrie gestimmt. Cannabis-Aktivisten hatten zuvor jahrelang für die Freigabe gekämpft.

Colorado ist der erste US-Staat, der den Verkauf von Marihuana zu nicht medizinischen Zwecken freigegeben hat. Washington will im Laufe dieses Jahres nachziehen. 20 US-Staaten – darunter Colorado und Washington – erlauben bereits den Marihuanakonsum auf Verschreibung des Arztes – wobei die medizinischen Bedingungen unterschiedlich streng sind. Während viele Staaten Marihuana nur bei schweren Erkrankungen wie Krebs erlauben, kann es in Kalifornien schon für Rückenschmerzen verschrieben werden. Auf Bundesebene bleibt Cannabis in den USA jedoch illegal.          

Quelle: http://www.hempopedia.com/geschichtedeshanfs/usa.html und http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-03/colorado-cannabis-marihuana-steuern 

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